Freitag, 13. Juli 2012

Schöne alte Passstrassen


Kysyl – beim Pass Nolevka

Wir haben unsere Idee nach Toora-Khem zu gehen noch nicht aufgegeben. So begeben wir uns am Morgen als erstes nochmals zum Ort wo das Bootsbüro sein sollte. Aber die Auskunft des Tourismusbüros war richtig, es fahren auch dieses Jahr keine Boote und darum hat das Büro auch nicht geöffnet, klärt uns ein Passant auf. Somit bleibt uns nur noch der Minibus um auf der Strasse dort hin zu kommen, der Plan hat aber damit einiges an Reiz verloren. Wir begeben uns aber dennoch zum Markt wo die Minibusse warten. Doch die Fahrer wollen uns partout nur einen Touristenpreis machen, und der ist mit Rad beträchtlich. Auch unser Sturbleiben und Warten bringt nichts, oder zumindest keinen Transport sondern eine nette Begegnung. Ein älterer Herr, der uns zuerst begrüssen kommt bringt mir wunderschöne Tomaten von seiner Frau die in der Nähe einen Stand hat, und damit nicht genug (wir müssen wohl hungrig aussehen), denn wenig später kommt er aus dem Markt auch noch mit grossen, wunderbar schmeckenden Teigtaschen. Ihre Einladung doch zu ihnen zu kommen lehnen wir dann aber ab, um noch vor der Nachmittagshitze aus der Stadt zu kommen. Die Teigtaschen waren die besten, die ich je in Russland gegessen hatte, man braucht wohl Lokal zu sein um zu wissen wo es das beste Essen gibt.
Da uns die Toora-Khem Variante mit Minibus zu wenig wert ist geben wir auf und beschliessen die so verbleibende Zeit zu nutzen um per Rad nach Abakan zu fahren. Nach der Brücke über den Jenissei in Kysyl ist die Stadt schnell verlassen, eine kleine Steigung führt auf die erste Anhöhe hinter der Stadt mit schönem Blick auf sie. Dort geht auch der Abzweig nach Seserlig ab, welchen wir nehmen. Dies ist die alte Hauptstrasse, welche nur noch wenig befahren ist. Seserlig ist ein kleines noch ursprüngliches Dorf mit schönen Holzhäusern. Danach geht es auf gutem Asphalt in angenehmer Steigung auf den Pass Beselyj hoch. Die Gegend ist bewaldet, durch die Kurven der Strasse gibt es aber immer wieder schöne Weitblicke. Der Pass muss wohl den Kysyler an den Wochenenden als Ausflugziel dienen, denn viele Picknickplätze zeugen davon. Auch ein Ferienheim für Kinder gibt es unweit. 
Die andere Seite runter ist der Strassenbelag nicht mehr so gut erhalten, immer wieder hat es grössere Löcher und Wellen, welche keine rasante Abfahrt zulassen, auch die Büsche und Bäume schliessen die Strasse immer mehr ein. Bevors dann wieder auf die aktuelle Hauptstrasse geht führt die Strasse noch flach durch schöne Blumenwiesen. Die Variante über den Beselyj können wir nur empfehlen.

Kysyl mit dem Jenissei

Fast zu perfekter Teer

Seserlig

Klein aber mit Charm

Grösstes Gebäude von Seserlig
Es geht Richtung Pass Beselyj

Wer findet die Villa im Wald?

Hochebene mit Klo auf dem Pass
Abfahrt vom Pass
Es geht wohl ins Ferienlager

Kurz nachdem wir wieder auf der Hauptstrasse sind, überholt uns ein Strassenbaufahrzeug, welches wir kurz nach Kysyl überholten, als dieses am Strassenböschungplanieren war. Der Fahrer winkt uns wie wild.  Die Landschaft ist nun stärker auch mit Feldern genutzt, zum Teil scheinen auch noch grössere Betriebe zu bestehen, denn die einzelnen Felder sind riesig. In Turan kaufen wir nochmals ein. Das Angebot ist sehr gut, es gibt feines Brot und zu Christians Freude sogar verschiedenen Kuchen. Auch sieht man nun wieder mehr Russen und nicht nur Tuwinen. Das Verhältnis scheint aber nicht einwandfrei zwischen ihnen zu sein. Denn ein russischer Mann um die 30 kommt sich bei uns beklagen, dass ihn die Tuwinische Bedienung im Laden lange nicht bediente. 
Die Dunkelheit kommt näher und immer zeigt sich noch kein schützender Platz für unser Nachtlager, keine Bäume und nur flache Felder. Wir beschliessen weiter Richtung des Passes Nolevka zu fahren. Es beginnt schon einzudunkeln, als wir den Polizeiposten in Shevelik passieren. Ohne anzuhalten können wir durchfahren, sie scheinen nur Lastwagen zu kontrollieren. Kurz nach der Ortschaft geht wieder die alte Passtrasse weg, welche wir nach der guten Erfahrung nehmen. Obwohl es nun einsamer ist, fehlt uns immer noch der passende Nachtplatz, denn das Gelände ist steil. So fahren wir weiter bis auf den Pass hoch. Der einsetzende Regen lässt uns wenig wählerisch kurz nach dem Pass unweit der Strasse auf einer kleinen Lichtung das Zelt aufschlagen. Der Platz ist nicht schlecht, aber wenig weiter unten hätte es wunderschöne Plätze gegeben.

Blumenwiese nach dem Pass Beselyj

Die Maschine hatten wir schon einmal überholt

Die landwirtschaftliche Nutzung nimmt zu

Radfahren ist auch hier beliebt

Schöner Kontrast das grün des bewässerten Feldes
 Pass Nolevka –hinter Aradan
Am Morgen hört es zum Glück bald zu Regnen auf. Das nun folgende, langestreckte, offene Tal des Baches Ibschim ist schön und sehr wenig besiedelt. Es stehen aber viele Markierungspfähle, die eine Linie bilden. Wahrscheinlich wird die Eisenbahnlinie nach Kysyl hier durchgeführt (eine Reise mit ihr sollte sich somit sicher lohnen). Weiter unten steht noch ein Zeltlager von wohl Archäologen, welche an Ausgrabungen aus der Skythen Zeit sind. Auch die Strecke entlang des Flusses Us ist schön. So schön, dass Dina findet wir könnten doch einen halben Ruhetag einlegen. So suchen wir uns einen schönen Platz, es hat sogar einen grossen Tisch mit Bank und Feuerstelle. Dina sitzt an den Fluss und Christian legt sich zum Mittagsschläfchen, doch auch wenn sie immer danach schreit, scheinen Dina Ruhetage doch nicht zu liegen, denn als sie genug untätig auf den Fluss geschaut hatte, findet sie man könne doch weiterfahren um noch mehr zu sehen.
Bereit zur Abfahrt - unser Zeltplatz

Oft schnurgerade führt die Strasse durch das Tal und seine Blumenwiesen

Hier war mal mehr los

Zwischenzeitlich wird der Belag schlechter und die Strasse schmal

Bauarbeitercamp für die Eisenbahn?
Für einmal ein kleines Dorf, dafür ist der Teer vorübergehend fast weg

Entlang des Us

Neben dem Fluss sind die Felsen schön

Brätliplatz (Fast wie eine Schweizer Familie Feuerstelle)

Einige Kilometer vor Aradan kommt die neue Hauptstrasse wieder hinzu, aber der Verkehr ist durchaus aushaltbar und Aradan scheint auch davon zu leben, denn es gibt ein grosses Angebot an Strassencafés, welches wir natürlich nutzen. Nur Brot gibt es leider zur Zeit keines mehr, dafür finden wir an einem kleinen Kiosk feines Müesli.
Einen Schlafplatz gibt es dann doch noch am Fluss und somit auch noch ein erfrischendes Bad im Fluss.

Ortseingang von Aradan, im Hintergrund die Berge des Ergaki Naturparks

Garten in Aradan

Haus mit interessanter Architektur

Blick von unserem Übernachtungsplatz auf den Fluss Us


Hinter Aradan – Ergaki Naturpark

Schon der Morgen beginnt trüb und leider wird das Wetter nicht besser als wir Richtung des Ergaki Naturparks radeln. Auf diesen sind wir schon gespannt, denn wir haben im Internet wunderschöne Bilder von den umliegenden Bergwelt gesehen. Leider sind die Berge auch noch nicht zu sehen, als wir das neue Parktouristenzentrum erreichen. Wir gehen rein um zu schauen ob es gute Infos zum Park gibt. Wärmstens werden wir empfangen, es scheint dieses Jahr nicht viel los zu sein und wir von den ersten Besuchern im neu eröffneten Zentrum. Der Bau ist super schön, in Holz und man könnte auch übernachten. Da die Berge in echt nicht zu sehen sind werden wir kurzerhand aufs Sofa verfrachtet mit Tee und Keksen verköstigt und mit Hilfe eines schönen Bildbandes über den Park informiert. Ich hoffe das Zentrum sieht bald mehr Touristen.
Die Pause hat nichts gebracht und der Nebel verdichtet sich immer mehr als wir auf den Pass fahren, so bleiben wir auf der Strasse und gehen in einem Restaurant einer Ferienanlage Essen. Doch das Essen bringt nun richtigen Regen, es giesst nun so richtig und will nicht mehr aufhören. So nehmen wir in der Ferienanlage ein Zimmer und hoffen morgen doch noch etwas von den schönen Bergen zu sehen. Das ganze Restaurant ist mit Winterfotos verziert, scheint einiges Los zu sein im Winter, denn hinter der Anlage gibt es auch einen Skilift. Für einmal sind wir zudem nicht die einzigen ausländischen Gäste, denn da ist noch ein Franzose mit seiner Russischen Freundin und deren Kollege, die für paar Tage hier wandern sind. So können wir schon wieder unser Französisch (nach Tourismusinfo Kysyl) gebrauchen. Unser Zimmer ist riesig, so bleibt uns viel Platz um unsere Sachen zu trocknen.

Leider ziehen Wolken auf während wir dem Fluss Bujba das Tal hinauf folgen

Das neue Tourismuszentrum

Hier gebe es schöne Sicht auf die Bergen

Immerhin ist der See auf dem Pass zu sehen, unweit ist die Tourbasa in welcher wir übernachten


Ergaki Naturpark – kurz hinter Scheblachty

Hier übernachteten wir, die Fahrräder im Grillhaus im Hintergrund

Schön sind die farbigen Dächer der Häuschen

Direkt neben dem Eingang

Leider zeigen sich die Berge obwohl es nicht mehr regnet auch am Morgen nicht, die Wolken hängen noch tief. So beschliessen wir nach dem Frühstück (für einmal Milchreis und Pfannkuchen mhhh) weiterzufahren, denn einen weitere Nacht auf die Berge zu warten wollen wir nicht. Die Luft ist noch kühl vom Regen und die rasante Abfahrt auf der guten Strasse machen es noch kälter. Beeindruckend sind die grossen Lawinengalerien, man fühlt sich richtig zu hause. Wir kommen gut voran und so sind der Franzose mit Begleitung (sie fahren auch heute zurück) ganz erstaunt, als sie uns erst spät treffen (sie hatten uns angeboten uns mitzunehmen). Als wir wieder im Tal sind folgt Hügellandschaft durchsetzt mit Feldern. Die Bewirtschaftung der Felder scheint in den letzten Jahren stark zurück gegangen zu sein, denn viele beginnen wieder zu verbuschen.  
Blick ins Tal vom Pass beim Egaki Park
An den Lawinengalerien wird gebaut

In den Wolken sind nun auch die tieferen Berge zu sehen

Bäume wachsen fast überall

Nach der Abfahrt

So kenne ich Sibiriern aus den Märchenfilmen
Ich kanns nicht verheimlichen, dass ich eine Vorliebe für die Holzhäuschen habe

Am heutigen Tag hat es viele - Weiss oder lieber Grün?

Auch mit Blau interessant

Oder ein knallig Blaues Dach gefällig

Auch als Laden kann man nicht zurückstehen
Ermakovskoe ist grösser als erwartet und eine Durchfahrt lohnt sich der Holzhäuser wegen (die Strasse führt aussen rum). Gezeltet wird hinter Scheblachty versteckt hinter einem kleinen Wäldchen.

Viele Verkaufsstände sind entlang der Strasse, meist gibt es Beeren, Pilze oder Honig zu kaufen

Nochmals ein schönes Exemplar

Die Oja

Das Dorf Zheblakhty hinter welchem wir übernachteten


Kurz hinter Scheblachty – Zug nach Krasnojarsk

Unser Übernachtungsplatz wurde über Nacht in Nebel gehüllt
Abakan unser nächstes Zwischenziel ist nicht mehr allzu weit entfernt. Wir kommen auf der schönen Teerstrasse wiederum gut voran. In einer richtig noblen Raststätte, die es durchaus gut mit unseren Autobahngaststätten aufnehmen könnte gibt es Stärkung und unter anderem die nötige tägliche Ration an Pfannkuchen. Leider haben wir von der Gegend nur noch sehr grobes Kartenmaterial (wir dachten bei der Planung, dass wir hier wegen Zeitmangel den Bus nehmen) und so umfahren wir ungewollt Minusinsk. Denn dort wollen wir auf den Bahnhof um nach Zügen Richtung Krasnojarsk zu schauen. Einige Kilometer vor der Ortschaft zweigen wir ab, da dort das alte Minusinsk angeschrieben war und erkundigen uns nach dem Bahnhof der auch in die Richtung sein sollte, als es weiter sehr ländlich bleibt, glauben wir zuerst falsch zu sein. Doch nein, bei einer kleinen Blockansammlung mit Industrieviertel ist tatsächlich der Minusinsker Bahnhof. Nur leider gibt es sehr wenig Züge die halten, so fahren wir weiter und weil wir noch die Hoffnung auf einen Zug von Abakan haben, nehmen wir uns nicht die zeit Minusinsk anzuschauen. Dafür finden wir eine nette Strasse dem Jenissei entlang zur Brücke nach Abakan über diesen. Christian genehmigt sich beim Mittagessen am Jenissei ein Bad, da dieser kalt getraut er sich aber nicht richtig zu schwimmen.

Der Nebel hat wohl auch den Verkehr geschluckt

Wieder die Oja dieses Mal bei Kasanzevo kurz bevor sie in den Jenissei fliesst

Zebrabirkenwald

Strassenstand

Die Strasse zum Minusinsker Bahnhof

Blick von unserem Mittagsplaz am Jenissei
Leider zieht sich die Strasse noch nach Abakan nach der Brücke, da die Schnellstrasse einen Bogen macht und wir erst runter von ihr können, als wir schon zurückfahren müssen. Abakan überrascht positiv: aushaltbarer Verkehr, viel Grün und gepflegt. Zuerst geht es zum Bahnhof, da es vom Zug her am besten passt beschliessen wir direkt heute Abend mit dem Nachtzug nach Krasnojarsk zu fahren und dort noch eine kleine Runde zu machen. Im Nachhinein stellen wir aber fest, dass die Strecke entlang der rechten Zuglinie (nahmen wir) auch schön gewesen wäre, die Zeit für die ganze Strecke war aber zu knapp. Und auch die weitere Variante zu den Seen an der linken Zuglinie zu fahren wäre gemäss Aussagen von Mitreisenden im Zug super gewesen. Für Christian gibt’s hier in Abakan endlich wieder mal lange Internet und danach sind wir ein weiteres mal mit einer Lonley Planet Restaurantempfehlung sehr zufrieden. Das Café Abakan hat abwechslungsreiches, delikates Essen zu einem erstaunlich günstigen Preis.
Zum Glück kommen unsere Räder wieder Problemlos im Zug in der dritten Klasse mit und so können wir die schöne Abendstimmung aus dem Zugfenster geniessen. 

Es steht Abakan aber das Zentrum kommt noch länger nicht

Bahnhof von Abakan

Sonntag, 8. Juli 2012

Auf nach Kysyl

Tschadan – am Jenissei kurz nach Chajyrakan

Ruhig und noch verschlafen ist die Stadt, als wir uns am nächsten Morgen aufmachen. Verschlafen hat wohl auch der/die Postbeamtin, den obwohl nach angeschriebenen Zeiten offen sein sollte und mehrere Leute warten ist noch alles verschlossen, nicht so schlimm, gibt es halt kein Internet. Aber wäre schon fast zu viel, nachdem wir gestern Abend mit  Dinas Kindle über edge Mails lesen und schreiben konnten.
Flach und gerade führt die Strasse durch die Landschaft, lange ist die Stadt noch zu sehen, in der ferne zieren Berge den Horizont. Nach etwa einer Stunde geht’s an einer grossen Kohlenmine vorbei. Da nicht gross Betrieb zu sehen ist, halten wir sie zuerst sogar für stillgelegt, erst die vielen riesigen Kohlenlaster, die uns später begegnen zeigen, dass sie sehr wohl aktiv ist. Kurz vor dem kleinen Pass vor Ak-Durug wird die Landschaft wieder grüner und bewaldet, leider nimmt auch die Bewölkung zu. Doch wir haben Glück und können einigermassen den Regengüssen voraus flüchten, richtig einholen tun sie uns erst als für gemütlich im Restaurant sitzen und uns mit Suppe und Eintopf stärken.
Unweit von Tschadan
Einsame Kuh am Wegesrand

Vor dem Pass ins Tal von Ak-Durug - Es wird waldiger
Wieder für kurze Zeit Jura Landschaft (vor Ak-Durug)
Der Regen droht uns einzuholen
Bei Ak Durug
Wir scheinen aber zu früh eingekehrt zu sein, denn auf dem Parkplatz des Restaurants auf dem Pass in der Nähe ist viel mehr los. Es scheint schon fast Pflicht zu sein hier zu halten.
Schagonar scheint wirtschaftlich schon bessere Zeiten gesehen zu haben, dass grosse Industriegebiet rechts der Strasse sieht mehrheitlich stillgelegt und am verfallen aus. Eine besondere Stimmung verbreiten auch die Vergitterten Einkaufsläden im Dorf auf der anderen Seite. Im Lebensmittelladen sind alle Verkäuferinnen und Produkte hinter vergitterten Glasscheiben, die Produkte werden durch ein kleines Fenster bestellt. Nach mehrmaligem Nachfragen finden wir auch den eigentlich unweit der Strasse und des Laden gelegene Brunnen. Wir füllen Wasser auf, denn die Gitter machen uns keine Lust hier zu bleiben und eine Unterkunft zu suchen.
Eine der vielen Kohletransporter

Es wird Landwirtschaft betrieben

Mehrere Brücken über kleine Bäche werden saniert vor Schagonar

Schagaan
Nachtessen gibt es in einem Strassenkaffee ausserhalb des Ortes, danach geht es zum Jenissei runter. Kurz nach Chajyrakan fahren wir auf gut Glück Richtung diesem von der Strasse runter. Ein erster möglicher Zeltplatz ist schon von Picknickenden besetzt, wir finden aber einwenig weiter an einem kleinen Nebenarm einen von der Strasse nicht sichtbaren Platz. Ganz trauen tun wir den Tuwinen nach dem Erlebnis der ersten Nacht immer noch nicht, als wir am Abend als es am Eindunklen ist Stimmen in der Nähe hören, beruhigt uns nur ein wenig, dass auch solche von Kindern dabei sind. Aber die Nacht verläuft ruhig (ausser im Traum, wo bei Dina Autos zu fahren und unsere Räder mitnehmen wollen).

Hinter Schagonar, beim Grün ist der Jenissei

Schönes Abendlicht

Wir fahren Richtung Jenissei

Unser Zeltplatz an einem kleinen Arm vom Jenissei

Am Jenissei kurz nach Chajyrakan – Kysyl



Entlang von Viehpfaden geht’s das kurze Stück vom Übernachtungsplatz wieder zurück auf die Hauptstrasse nach Kysyl. Diese verläuft die ganze Strecke entlang des Jenisseis, doch sehen tut man diesen leider nur selten. Wenn aber dann doch, geniest man den wunderschönen Blick auf die Flusslandschaft umso mehr. So nimmt man es auch hin, dass die Strasse nicht so steigungsfrei ist, wie es auf der Karte auf den ersten Blick aussieht, denn das Hochfahren lässt jedes Mal auf einen Blick zum Jenissei hoffen. Obs wohl ist weil Sonntag ist, jedenfalls fahren heute angenehm wenig Kohle-LKWs. Nur der Verkehr an PKW der Richtung Kysyl fährt nimmt immer stärker zu. Es scheinen alle für den Sonntag in die Stadt zu fahren. Christian witzelt „für unseren Empfang“. Weiterhin wird uns dauernd zu gewunken und gehupt. Gegen Mittag wird’s unangenehm warm, was ermüdet. Ein paar alte, verlotternde Fabriken am Strassenrad und stärkere Besiedlung künden Kysyl an.
Gerade auf die Teerstrasse gekommen
Der Jenissei

Und weil der Jenissei so schön ist noch ein mal

Ust- Elegest
Blick zurück nach Ust-Elegest
Das Schild von Kysyl ist erreicht, die Stadt liegt vorne im Dunst

Es ist angenehm wenig Verkehr in Kysyl

Von aussen sehen die Mehrfamilienhäuser nicht schlecht aus, von innen?

Stattlicher Bau das National Museum

An der Bootsanlegestelle am Jenissei

Stadtplatz
Kysyl am Sonntagnachmittag ist lebendig, durch die Strassen zu flanieren scheint beliebt. Wir machen uns als erstes auf die Suche nach dem Büro der Schiffsgelsellschaft, die Fahrten den Jenissei hoch anbieten soll. Doch wo sie mal war und auch die meisten gefragten meinten sie sei ist sie nicht mehr am Quai, sondern wir müssen zurück, aber das Büro ist verschlossen. Somit geht’s zurm Tourismusbüro, welches sich vor dem Nationalmuseum in einer Jurte befindet. Leider fehlen die Touristen, denn die nette sogar Französisch sprechende Angestellte gibt sich wirklich Mühe, doch das Schiff den Jenissei hoch scheint leider nicht mehr zu fahren, und für paar Tage in einer Turbasa mit keiner Rafting- und Reittour lässt sich vor allem Christian trotz schönem Französisch nicht begeistern, wir sind ja zum Radfahren da (. Den obligaten Besuch im Museum gönnen wir uns aber dennoch. Das Skytengold ist extrem schön, und unglaublich beeindruckend mit welcher Präzision die Schmuckstücke hergestellt wurden. Wir sind nur eine kleine Gruppe, neben uns noch drei Russen, womöglich beruflich hier, die durch den Bewachten Saal mit dem Gold geführt werden. Die einte Haarnadel haben wir in einer für einen Laien gleichen Ausführung schon ein paar Tage früher gezeigt bekommen, als wir vom Altai nach Tuva fuhren.
Für das für die Nacht ausgewählte Hotel lässt sich dafür Dina nicht wirklich begeistern, da kann Christian noch lange betonen, das sei doch Kult, da typischer Sowjetstile. Wenn man nichts anfassen kann, ohne Angst zu haben es zerfalle in Einzelteile überzeugt sie auch kein Kult. Die kalte Dusche (die Warmwasserversorgung wird gerade revidiert) begeistert dann auch Christian nicht, denn so kalt, kälter als ein Bergbach sich an fühlend, hatte auch er sich das Wasser nicht vorgestellt. Nun am
Abend ist weniger los, und wohl darum auch kaum ein Restaurant geöffnet. So verschlägt es uns in das vom Lonely Planet empfohlene Café nach Westernstyle. Dieses ist dafür gut besetzt, und bietet zwar nicht regionale Spezialitäten dafür Qualitativ gutes Essen und auch die Milkshake sind lohnenswert.